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Pressemitteilung + Wehrpflicht- vs. Freiwilligenarmee
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Nachtwei: Kölner Urteil beschleunigt Ende der Wehrpflicht

Verfasst von Winfried Nachtwei am 21. April 2004(811 Aufrufe)
Zum heutigen Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts in einem Klageverfahren, das von Christian Pohlmann (21 Jahre alt) aus Kerpen gegen seine Einberufung zum Wehrdienst angestrengt worden war, erklärt Winfried Nachtwei, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und sicherheitspolitischer Sprecher:

"Das Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts ist der Anfang vom Ende der Wehrpflicht. Es wird eine Entwicklung erheblich beschleunigen, die im Rahmen der Reform und der Verkleinerung der Bundeswehr unausweichlich ist.

Seit vielen Jahren haben wir Grünen die Unverhältnismäßigkeit des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte junger Männer sowie den Verstoß gegen den Grundsatz der Wehrgerechtigkeit in den Mittelpunkt unserer Kritik am Festhalten an der Wehrpflicht gestellt. Das Urteil aus Köln bestätigt nun unsere Rechtsauffassung. Bereits heute werden lediglich 51% der der Bundeswehr zur Verfügung stehenden Männer zum Wehrdienst einberufen. Dieser Anteil soll nach Planungen des Bundesverteidigungsministers bis 2010 bis auf 35,8% absinken. Dies ist unvereinbar mit dem vom Bundesverfassungsgericht bereits 1978 erhobenen Anspruch, die Wehrpflicht müsse als "gleichbelastende Pflicht" ausgestaltet sein. An der "Stellschraube" der Einberufung von Wehrpflichtigen wird vom Bundesverteidigungsministerium inzwischen regelrecht gekurbelt: So wurde die Zahl der eingezogenen Wehrpflichtigen von Januar bis Dezember 2003 um 25% abgesenkt (von 106.000 auf 81.000). In diesem Jahr sollen die Einberufungen erneut um 50% gesenkt werden. Zurzeit kommen demnach nur noch ca. 17% eines gesamten männlichen Jahrgangs zur Bundeswehr.

Vor diesem Hintergrund ist dringend angezeigt, dass die Bundeswehr einen Plan für ein rasches Auslaufen der Wehrpflicht und für einen Umstieg in die Freiwilligenarmee entwickelt. Die im Koalitionsvertrag mit der SPD für die laufende Legislaturperiode vereinbarte Überprüfung der Wehrform muss die neue Situation, die das Kölner Urteil geschaffen hat, berücksichtigen."

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Vortragsangebot zu Riga-Deportationen vor 70 Jahren

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

Seit 1989 forschte W. Nachtwei zum Schicksal der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Anlässlich der 70. Jahrestage der Deportationen bietet W. Nachtwei an, seinen Riga-Vortrag bei Erinnerungsveranstaltungen und in Schulen zu halten. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Zivile Krisenprävention und Friedensförderung

Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung

In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.