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Von Martin Kalitschke Münster. Es ist nicht lange her, da bezeichnete der russische Staatspräsident Wladimir Putin die Auflösung der Sowjetunion als Katastrophe. Äußerungen wie diese sind kein Einzelfall entsprechend oft läuft es den baltischen Staaten eiskalt den Rücken herunter. Zu lebendig ist noch die Erinnerung an die sowjetische Besatzungszeit zwischen 1940 und 1991, in der Estland, Lettland und Litauen von den Moskauer Machthabern brutal unterdrückt wurden.
Davon freilich will das Russland von heute nicht mehr viel wissen, beklagte gestern Winfried Nachtwei, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, bei der Eröffnung der Ausstellung Lettland kehrt zurück nach Europa in der Stadtbücherei. Nachtwei macht derzeit eine beunruhigende kulturelle Stalinisierung aus, die unter anderem die Unterdrückung des Baltikums zunehmend ausblende. Die europäischen Regierungschefs müssen klar sagen, dass eine solche Art von Geschichtsklitterung mit dem freien Europa nicht zu machen ist. Die Okkupationszeit bildet einen der Schwerpunkte in der Ausstellung, die bis zum 6. Juni in der Stadtbücherei gezeigt wird, aber auch die kurze Phase der Unabhängigkeit von 1918 bis 1940 sowie die Wiedererlangung der Freiheit 1991 werden thematisiert. In Deutschland wurde die Schau schon in vielen Städten gezeigt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz regte gestern an, Lettland kehrt zurück nach Europa einmal an Münsters Partnerstadt Rjasan auszuleihen. Es wäre gut, wenn die Ausstellung auch in Russland zu sehen sein würde, betonte Polenz. An die Adresse von Bundeskanzler Schröder richte er zudem den Appell, dass er bei aller Freundschaft zu Putin nicht die baltischen Staaten vergessen sollte. Wie wichtig ein solches Engagement wäre, verdeutlichte Daiga Krieva, Leiterin des Konsulats der Republik Lettland in Bonn. Ohne die Vergangenheit gibt es keine Zukunft, plädierte sie für eine Aufarbeitung der sowjetischen Okkupationszeit. Mittwoch, 18. Mai 2005 | Quelle:Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.
Seit 1989 forschte W. Nachtwei zum Schicksal der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.
Anlässlich der 70. Jahrestage der Deportationen bietet W. Nachtwei an, seinen Riga-Vortrag bei Erinnerungsveranstaltungen und in Schulen zu halten. (Anlage)
Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.
Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:
In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.