Wir begrüßen die vom UN-Sicherheitsrat und der Generalversammlung beschlossene Gründung einer Peacebuilding Kommission. Die Kommission soll die Kohärenz und Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen in Nachkriegskonflikten verbessern. Angesichts der Tatsache, dass es nach Kriegsende in der Hälfte der Fälle zu neuen Gewaltausbrüchen kommt, ist dieser Ansatz der Vereinten Nationen von strategischer Bedeutung. Bei der Umsetzung sind die Vereinten Nationen weiterhin substanziell auf die Unterstützung durch die Mitgliedsstaaten, regionale Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen angewiesen.
Auch in der Bundesregierung oder in der EU weiß zu oft eine Hand nicht, was die andere tut. Deshalb müssen auch sie ihre Fähigkeiten zur Krisenprävention und Friedenskonsolidierung weiter ausbauen und verzahnen. In diesem Zusammenhang kommt der Umsetzung und Weiterentwicklung des "Aktionsplans Zivile Krisenprävention; Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung" der Bundesregierung besondere Bedeutung zu. Die bisher bereitgestellten Mittel und Strukturen reichen nicht aus, um den vielfältigen Herausforderungen in Nachkriegsgesellschaften rasch und wirksam gerecht zu werden. Der Mangel an zivilen und polizeilichen Fähigkeiten geht häufig zu Lasten der Soldaten, die dadurch über Jahre in Bereichen, die nicht zu den militärischen Kernaufgaben gehören, eingesetzt werden. Deshalb muss auch die Bundeswehr ein Interesse an einer Stärkung der zivilen Säule internationaler Friedensmissionen haben.
In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.