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Nachtwei zu Berichten über geplante Zuschussstreichungen bei der "Villa ten Hompel"

Verfasst von Winfried Nachtwei am 30. Dezember 2005(1426 Aufrufe)
Zu dem Ansinnen einer angeblichen Mehrheit der CDU-Ratsfraktion, den städtischen Zuschuss für die „Villa ten Hompel“ zu streichen, erklärt der Bundestagsabgeordnete der Grünen Winfried Nachtwei:

Überrascht und empört las ich heute in den Westfälischen Nachrichten den Bericht, in der CDU-Ratsfraktion zeichne sich eine Mehrheit für die komplette Streichung des Zuschusses für den Geschichtsort Villa ten Hompel ab.

Anfang der 90er Jahre war ich bei meinen Forschungen zu den Riga-Deportationen auf die Bedeutung der Villa ten Hompel als Sitz des Befehlshabers der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI während Krieg und Nazi-Herrschaft gestoßen. Ich gehörte dann zu den „Geburtshelfern“ des Geschichtsortes Villa ten Hompel. Sollte der „Sparvorschlag“ ernst gemeint sein, dann sollten wir uns alle über die Konsequenzen klar sein:

Zerstört würde damit eine Einrichtung der historisch-politischen Forschung und demokratisch-rechtsstaatlichen Bildung, die in dieser Art und Weise in Deutschland einmalig ist und die sich dank des besonderen und innovativen Engagements ihrer Mitarbeiter bestes Ansehen im Münsterland, bundesweit, ja international erworben hat.

Fünfzig Jahre lang war in Münster die Beteiligung der von der Villa ten Hompel aus aufgestellten Polizeibataillone an der Judenvernichtung im Osten verdrängt und vergessen. Die Villa ten Hompel wurde zu einem Ort nachholender Erinnerung, Aufarbeitung, Bildung. Wollen die anonymen Sparkommissare damit wieder Schluss machen? Es wäre der Bruch mit einer Erinnerungskultur, wie sie in Münster über die letzten zwanzig Jahre als Fundament eines demokratischen Konsenses gewachsen ist.

Ich fordere die Spitzenvertreter der Union eindringlich auf, sich von dem gemeldeten Streichungsansinnen zu distanzieren.

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Vortragsangebot zu Riga-Deportationen vor 70 Jahren

Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.

Seit 1989 forschte W. Nachtwei zum Schicksal der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.

Anlässlich der 70. Jahrestage der Deportationen bietet W. Nachtwei an, seinen Riga-Vortrag bei Erinnerungsveranstaltungen und in Schulen zu halten. (Anlage)

Vorstellung der "Toolbox Krisenmanagement"

Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

zif
Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.

Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:

Zivile Krisenprävention und Friedensförderung

Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung

In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.