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Seit langem unterstützt Winfried Nachtwei die engagierte und einzigartige Arbeit des Forum Ziviler Friedensdienst. Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift des Forum "Frieden braucht Fachleute" hat Winfried Nachtwei das Editorial verfasst. Im folgenden dokumentieren wir das Editorial.
Die aktuelle Ausgabe könnt/können ihr/Sie hier herunterladen: ttp://www.forumzfd.de/fileadmin/PDF/Zeitung/fbf_3_2007.pdf
Liebe Leserinnen und Leser,
bei der gegenwärtigen Afghanistan-Debatte macht mich eines besonders stutzig. einerseits betonen fast alle: Militär kann dort keine Lösung bringen, die Aufbauanstrengungen müssen massiv gestärkt werden. Andererseits kreisen fast alle Diskussionen nur um die Bundeswehr. Eine bemerkenswerte Fixierung auf das Militär - auf allen Seiten.
2004 traf ich in Kunduz Angelika Spelten. Sie erkundete dort Möglichkeiten zum Einsatz von Friedensfachkräften. Als langjähriger Unterstützer des Zivilen Friedensdienstes freute ich mich darüber und war dennoch skeptisch: Ist das nicht ein blauäugiges Vorhaben angesichts einer so traditionellen, männerdominierten und gewaltträchtigen Gesellschaft?
Ganz und gar nicht, wie ich von Cornelia Brinkmann erfuhr, die als einzige Internationale mit einheimischen Nichtregierungsorganisationen im wilden Badhagshan arbeitete: friedliche Konfliktbearbeitung einüben im Dorf, in der Großfamilie, im Distrikt, mit einheimischen Frauen, Lehrern, Mullahs.
Solche Friedensmacher-/innen habe ich in vielen Krisengebieten erlebt. Aber kluge, mutige, motivierende Profis fallen nicht vom Himmel, sie brauchen Ausbildung und Unterstützung- durch die Politik wie durch die Zivilgesellschaft.
Deshalb bin ich Mitglied im Forum Ziviler Friedensdienst.
Winfried Nachtwei
MdB (Bündnis 90/Die Grünen)
Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.
Seit 1989 forschte W. Nachtwei zum Schicksal der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.
Anlässlich der 70. Jahrestage der Deportationen bietet W. Nachtwei an, seinen Riga-Vortrag bei Erinnerungsveranstaltungen und in Schulen zu halten. (Anlage)
Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.
Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:
In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.