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Anlässlich der Debatte um posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr erklärt Winfried Nachtwei, sicherheitspolitischer Sprecher:
Die völkerrechtliche Legalität und sicherheitspolitische Notwendigkeit von Auslandseinsätzen der Bundeswehr ändert nichts daran, dass diese mit erheblichen physischen und psychischen Belastungen für die Soldatinnen und Soldaten und ihre Angehörigen verbunden sind. Darüber muss sich die Politik und darüber muss sich auch die Gesellschaft im Klaren sein. Der Film über einen Afghanistan-Heimkehrer, der gestern in der ARD ausgestrahlt wurde, hat das eindrucksvoll vor Augen geführt. Das Verteidigungsministerium hat den Ernst der Situation lange heruntergespielt und sich damit getröstet, dass nicht einmal 1 Prozent der zurückgekehrten Soldaten und Soldatinnen an PTBS leidet. Das ist nicht hinnehmbar. Bei posttraumatischen Belastungsstörungen nach Auslandseinsätzen besteht dringender Handlungsbedarf.
Mit der Verschärfung der Sicherheitslage in Afghanistan ist zu befürchten, dass die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten mit PTBS noch ansteigt. Die Politik steht deshalb in besonderer Verantwortung, jeden Einsatz sorgsam abzuwägen und die Folgen jedes Einsatzes mit zu berücksichtigen.
Im Bereich präventiver Maßnahmen bei PTBS nach Auslandseinsätzen ist in den vergangenen Jahren zwar bereits einiges geschehen. So ist die Einsatzvorbereitung, -begleitung und –nachbereitung sukzessive ausgebaut und deutlich verbessert worden. Und auch die Reintegrationsangebote sind deutlich verbessert worden. Das reicht aber längst nicht aus. Darin sind sich alle Fraktionen im Bundestag einig. Die Zahl posttraumatischer Belastungsstörungen hat sich in den letzten Jahren nahezu verdreifacht. Neben einer angemessenen Ausbildung und Vorbereitung brauchen Soldatinnen und Soldaten auch ein weites Netz zur Betreuung, Begleitung und Beratung. Der Ausbau psychosozialer Betreuungsangebote sowie die Einrichtung eines Kompetenz- und Forschungszentrums sind daher unerlässlich. Zusätzlich brauchen wir auch Fallmanager, die PTBS-Betroffene bei der Integration in den Alltag und ins Berufsleben konkret begleiten.
Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.
Seit 1989 forschte W. Nachtwei zum Schicksal der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.
Anlässlich der 70. Jahrestage der Deportationen bietet W. Nachtwei an, seinen Riga-Vortrag bei Erinnerungsveranstaltungen und in Schulen zu halten. (Anlage)
Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.
Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:
In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.