Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des staatlich geförderten Zivilen Friedensdienstes erklären Ute Koczy, Sprecherin für Entwicklungspolitik, und Winfried Nachtwei, Sprecher für Sicherheits- und Abrüstungspolitik:
Wir gratulieren dem Zivilen Friedensdienst zu seinem 10-jährigen Jubiläum. Der seit 1999 von der Bundesregierung unterstützte Zivile Friedensdienst ist ein Meilenstein der zivilen Friedensförderung und ein friedenspolitischer Lichtblick.
Frieden braucht Fachleute. Aus dieser Einsicht heraus wurde der Zivile Friedensdienst von zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Friedensgruppen Anfang der 90er Jahre angestoßen und entwickelt. Auf Initiative der Grünen vereinbarte die rot-grüne Koalition in NRW (1996) und im Bund (1998) die staatliche Förderung dieser neuen Friedensfähigkeit.
Wir stellen heute fest: die bisher über 500 eingesetzten Friedensfachkräfte haben sich vollauf bewährt. Sei es bei der Förderung einheimischer Friedensakteure oder der geduldigen Entwicklung der Friedenspotenziale von unten. Bei Besuchen auf dem Balkan, in Afghanistan und in vielen afrikanischen Ländern sind uns Friedensfachkräfte begegnet, die mit hoher Kompetenz, langem Atem und Einfühlungsvermögen zur friedlichen Lösung von Konflikten beitragen. Der Zivile Friedensdienst ist eine Erfolgsgeschichte.
Wir wünschen dem Zivilen Friedensdienst politischen Rückenwind für seine Weiterentwicklung – und einen Schub für zivile Friedensförderung insgesamt.
Ende 1941/Anfang 1942 rollten Deportationszüge aus Deutschland und Österreich nach Riga.
Seit 1989 forschte W. Nachtwei zum Schicksal der verschleppten jüdischen Frauen, Männer und Kinder.
Anlässlich der 70. Jahrestage der Deportationen bietet W. Nachtwei an, seinen Riga-Vortrag bei Erinnerungsveranstaltungen und in Schulen zu halten. (Anlage)
Von der zivilen Krisenprävention bis zum Peacebuilding: Die 53-seitige Broschüre stellt kompakt und klar auf jeweils einer Themenseite Prinzipien, Akteure und Instrumente des Krisenmanagements vor. Bei einem Kolloquium im Bundestag in Berlin wurde die Schrift einem Fachpublikum vorgestellt. Erstellt von AutorInnen des Zentrums Internationale Friedenseinsätze ZIF und der Stiftung Wissenschaft und Politik SWP ist die "Toolbox" ein wichtiger Beitrag zur friedens- und sicherheitspolitischen Grundbildung auf einem Politikfeld, wo die Analphabetenrate in der Gesellschaft, aber auch in Medien und Politik sehr hoch ist. ... www.zif-berlin.de

Auf dem Foto überreicht W. Nachtwei den AutorInnen seine 2008 erschienene Broschüre zur Zivilen Krisenprävention und Friedensförderung.
Mehr zur Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure bei der zivilen Konfliktbearbeitung u.a.:
In seiner Veröffentlichung "Viel beschworen, wenig bekannt: Zivile Krisenprävention und Friedensförderung" in der Kleinen Reihe des AphorismA-Verlages vom November 2008 legt Winfried Nachtwei einen aktuellen Zwischenstand der vielfältigen Aktivitäten auf dem Feld der Zivilen Krisenprävention vor. Der Autor erläutert die Schlüsselprobleme, zeigt notwendige Umsetzungschritte auf und fordert einen neuen Schub für Zivile Konfliktbeareitung. Das Bändchen kann auch beim AphorismA-Verlag bestellt werden.